Nachholkonzert übertrifft alle Erwartungen
„Cold Turkey“ rockt ein nahezu ausverkauftes Abdera
Machte sich die Rockinitiative Biberach im Vorfeld des krankheitsbedingt verschobenen Traditionstermins mit der Biberacher Rock-Band „Cold Turkey“ noch Gedanken, ob sich dies negativ auf die Besucherzahl auswirken würde, so sorgte dann eine knapp ausverkaufte Abdera-Halle für zufriedene Gesichter, nicht nur bei den Organisatoren, sondern ab Konzertbeginn auch bei allen anwesenden Rock-Fans.
„Cold Turkey“ begann, wie man es von der Band kennt, kraftvoll mit Rock-Klassikern aus den 70er Jahren. Andreas „Aja“ Gratz, Gitarren/Gesang, Martin „Zeisel“ Gratz, Schlagzeug, Rolf „Blocker“ Stephan am Bass sowie der stimmgewaltige Otto Hehl an der zweiten Gitarre spielten mit einer Leidenschaft, die das Publikum sofort zum Mitmachen animierte. Für Gänsehautmomente sorgten dann aber vor allem die von Otto Hehl ausdruckstark interpretierten Balladen wie „I am Sailing“ oder „Behind blue eyes“, zum Teil nur mit akkustischer Gitarre begleitet. Ein Erlebnis für Auge und Ohr, perfekt abgemischt von Thomas Lindner und ins rechte Licht gerückt von Achim Fischer. Die erste Konzerthälfte endete mit einem Medley der Rock-Oper „Tommy“, für das sich „Aja“ Gratz, wie er mit Augenzwinkern erzählte, extra eine original Woodstock-Fransenweste besorgt hatte.
Nach der Pause ging es wieder in die Vollen, die jungen Wilden mit ihrem Punk-Sound verdrängten in den späten 70ern, und so nun auch beim „Cold Turkey“ Konzert, den Glitter-Glamour Sound. Perfekt in Szene gesetzt wurde dies mit dem kraftvoll am Schlagzeug aufspielenden Paul Gratz, dem Sohn von „Aja“ Gratz. Für viele „Cold Turkey“ Fans das Highlight: Martin Gratz, der mit seiner Querflöte eine atemberaubende Darbietung von Jethro Tulls „Locomotive Breath“ präsentierte.
Wenn auch mit etwas Verspätung, dafür aber für die Rockinitiative Biberach ein umso erfolgreicher Start in die Konzertsaison 2026, der aber ohne die zahlreichen ehrenamtlich engagierten Helfer des Vereins nicht möglich gewesen wäre, was die Band auch bei ihren Abschiedsworten dankend betonte.
Volle Power für über drei Stunden
PowerAge, bestehend aus den Musikern Andy Köhler an der Sologitarre, Otto Hehl als charismatischem Frontmann am Mikrofon, Hank Heine an der Rhythmusgitarre, Volker Schreiber am Schlagzeug und Michael Wagner am Bass, ließ die Herzen aller AC/DC-Fans höher schlagen. Die Band präsentierte mit viel Leidenschaft und Authentizität am 15. November 2025 die größten Hits der australischen Rocklegende.
Die Vorfreude war spürbar, und als die ersten Töne der Sologitarre von Andy Köhler durch den Raum hallten, tobte das Publikum vor Begeisterung. Die Halle war sehr gut gefüllt, und die Energie im Raum war spürbar. Kaum hatte der Abend begonnen sorgten Hits wie „You shook me all Night long“ und „Thunderstruck“ für Gänsehautmomente, bei denen das gesamte Publikum mitsang und mitfeierte.
Man hätte meinen können, das Original steht direkt auf der Bühne. Die musikalische Darbietung war nicht nur technisch exzellent, sondern auch emotional intensiv. Jedes Lied wurde mit einer Kraft und Präzision dargeboten, die kaum zu übertreffen war. Durch die hervorragende Abmischung von Techniker Schorsch klangen selbst die lautesten Gitarrensoli klar und differenziert. Dabei blieben die Musiker stets nah am Original, ohne das Gefühl der Eigenständigkeit zu verlieren.
Einer der emotionalsten Momente des Abends war der Klassiker „TNT“. Hier rief das Publikum lautstark „Hoi!“, und die Halle bebte förmlich vor Begeisterung. Man konnte die Verbundenheit zwischen Band und Publikum spüren.
Das Konzert dauerte über drei Stunden und war ein Genuss für die Ohren. Hank Heine brachte mit seinen Rhythmen das Publikum zum Toben und der Bass von Michael Wagner sorgte für die tiefen Vibrationen, die man von einem AC/DC-Konzert erwarten würde. Der Schlagzeuger Volker Schreiber setzte mit seinem druckvollen Spiel immer wieder Akzente, die die Menge anheizten. Bei jedem Refrain sangen die Fans lautstark mit. Diese Momente schufen eine einzigartige Atmosphäre, die das Gefühl eines echten AC/DC-Konzerts heraufbeschwor.
Insgesamt war der Abend ein voller Erfolg und eine wunderbare Hommage an die Musik von AC/DC. PowerAge hat es geschafft, das Publikum nicht nur zu unterhalten, sondern auch zu inspirieren und mitzureißen. Jedes Bandmitglied spielte nicht nur die Noten, sondern lebte die Musik und transportierte die unbändige Energie, für die AC/DC bekannt ist.
Ein Abend, der alle Erwartungen übertraf und eine klare Botschaft sendete: Rock `n Roll will never die!
HIT AUF HIT
Konzert der Partybands FOLKLESS und COPYSHOP
Am 27. September 2025 verwandelte sich die Abdera Kulturhalle in einen pulsierenden Konzertsaal, der von Partypeople aus Nah und Fern gefüllt wurde. An diesem besonderen Abend standen die beiden gefeierten Partybands FOLKLESS und COPYSHOP auf der Bühne und begeisterten das Publikum mit ihren mitreißenden Klängen.
Um 20.30 Uhr betraten die Musiker von FOLKLESS die Bühne und stellten sofort unter Beweis, warum sie zu den gefragtesten Partybands in der Region zählen. Das Quintett, bestehend aus Valentin Koch am Gesang, Johannes Lessmeister an Gitarre und Piano, Markus Bareth an der zweiten Gitarre, Osita Iwundi am Schlagzeug und Florian Schweizer am Bass, sorgte für einen fulminanten Start in den Abend.
Mit ihrem einzigartigen Mix aus unterschiedlichen Musikgenres gelang es FOLKLESS, sofort eine Verbindung zum Publikum herzustellen. Die Band spielte zunächst einige eigene Songs, die bereits bei Spotify erhältlich sind und enorme Lust auf ein komplettes Album machen. Valentin Koch, der Frontmann, bewies sein Gesangstalent und seine Fähigkeit, die Menge mitzureißen. Die Band spielte aber nicht nur eine Auswahl ihrer bekanntesten Hits. Die Stimmung im Saal steigerte sich stetig als die Band ihr enormes Repertoire auspackten und Songs von Fettes Brot, Billy Idol, Ramones oder den Toten Hosen darboten. Auch Klassiker von Fleetwood Mac und Elton John gab es zu hören. Die Musiker spielten perfekt zusammen und ließen keinen Raum für Langeweile.
„Zu laut“, wie der letzte Song passend hieß, war es sicher nicht, aber der Auftritt wird noch lange in Erinnerung bleiben.
Nach einer kurzen Pause übernahm die zweite Band des Abends, COPYSHOP, die Bühne und setzte die Feierlaune direkt fort. Mit einem Ansatz, der sich in Richtung Pop und Rock bewegte, zog das Ensemble um die Sängerin Isabel Bindeus und Sänger Mark Willrett sofort alle in ihren Bann. Unterstützt von Martin Brehm an Keyboard und Gesang, Michi Krüger an der Gitarre, Stephan Kofler am Schlagzeug und Dietmar Heinzelmann am E-Bass, boten sie eine energiegeladene Performance, die niemanden stillstehen ließ. Jeder Song war eine Einladung zum Tanzen und Feiern. COPYSHOP hatten für diesen Abend ein Paket von Hits aus verschiedenen Jahrzehnten geschnürt und das Publikum konnte sich über Songs von Peter Gabriel, Red Hot Chili Peppers, Coldplay oder Huey Lewis freuen. Die Besucher waren begeistert von den musikalischen Fähigkeiten der Band und die Balance zwischen gefühlvollen Balladen, die für eine intime Atmosphäre sorgten, und tanzbaren Partyhits machten aus dem Konzert ein Fest der Freude und fröhlicher Ekstase.
FOLKLESS und COPYSHOP haben bewiesen, dass sie nicht nur hervorragende Künstler sind, sondern auch in der Lage, jeden Raum in einen Ort des Feierns und der Lebensfreude zu verwandeln. So wird dieser Abend, der nach rund vier Stunden endete, in die Annalen der Kulturhalle eingehen — als der Abend, an dem Musik die Herzen vereinte und die Beine zum Tanzen brachte.
Ein Fest für die Heavy Metal-Gemeinde
Tyrant begeisterten bei ihrem Konzert im Abdera
Am 30. April 2025 veranstaltete die Rockinitiative Biberach ein Festival mit den Rebel Guns, Soultrace und Tyrant.
Für den Sound war an diesem Abend Florin Pfau am Mischpult zuständig und er machte einen großartigen Job, wie man gleich zu Beginn hören konnte. Die Rebel Guns bestehend aus Frank Holl am Schlagzeug, Marius Fiseli an der Leadgitarre, Sänger „Sotchy“ Filipovic, Chris Clemens am Keyboard und Jürgen Resch am Bass sorgten für den richtigen Einstieg in diesen Abend, der unter dem Motto „Making Noise & Drinking Beer” stand . Rotzig frech und laut wummerten die Southern Rock Songs aus den Boxen. Es war nicht der erste Auftritt im Abdera für die Band und in diesem gewohnten Umfeld performten die Rocker in den 45 Minuten Spielzeit unter anderem Songs wie „Six bullets to halleluja“ oder „Long live Rock ´n Roll“, dessen Refrain das Publikum lauthals mitsang.
Andy Susemihl´s SOULTRACE wurden 2023 ins Leben gerufen. Das Projekt des in Heavy-Metal-Kreisen bekannten Gitarristen konnte das Publikum von Anfang an abholen. Die virtuosen Gitarrenriffs und -soli von Andy Susemihl wurden vom wuchtigen Background aus Schlagzeug (Manuel Müller) und Bass (Jim Ramses) getragen. Stefan Fronk sorgte mit seiner Stimme und den rockigen wie auch melodisch beeindruckenden Songs aus dem 2024 erschienenen Debütalbum „Born again“ für einige Begeisterung bei den rund 170 Gästen. Diese konnten davon nicht genug bekommen und verlangten mit Zurufen einige Zugaben von der Band, die dem Wunsch gerne nachkam.
Tyrant lieferten an diesem Abend ein mitreißendes Konzert, das sowohl alte als auch neue Fans in seinen Bann zog. Nach der erfolgreichen Reunion im Jahr 2022 konnte die Band um Frontmann Kerrmit erneut beweisen, dass sie nichts von ihrer Energie und Bühnenpräsenz eingebüßt hat.
Die Setlist des Abends war ein kraftvoller Rückblick auf das Schaffen der Band, mit Klassikern wie „Get Ready“, „Metal Rules“ und „Steamhammer“, die die Menge zum Toben brachten. Das Publikum, bestehend aus treuen Anhängern, die alle etwas in die Jahre gekommen sind, hatte sichtlich Spaß daran, ihre alten Helden live zu erleben. Die intensiven Riffs von Ralf Hollmer und Ingo Autenrieth an den Gitarren, gepaart mit dem druckvollen Bass-Sound von Chris Peterson und dem präzisen Schlagzeugspiel von Marc Oppold, sorgten für ein unvergessliches Klangerlebnis. Kerrmits charismatische Bühnenpräsenz und seine kraftvolle Stimme ließen die Erinnerungen an vergangene Tage lebendig werden. Mit diesem Konzert hat Tyrant eindrucksvoll bewiesen, dass ihre Musik zeitlos ist und dass die Heavy Metal-Kultur nach wie vor lebt. Die Band plant bereits weitere Auftritte und wird auch in Zukunft ihre Fans regelmäßig mit neuen und alten Hits begeistern.
Für all diejenigen, die die Band noch nicht live erlebt haben, bleibt nur zu sagen: „Get ready“ – die Metal-Welt von Tyrant ist zurück, und das mit voller Kraft!
Die Rock-Initiative-Biberach hat am 15. März ein Konzert mit dem 70/80er Bandprojekt „Disco Diamonds“ in der Gigelberghalle veranstaltet. Das letzte Konzert in dieser Größenordnung hatte die RIB 2017 auf die Beine gestellt und nach dieser langen Konzertpause war ein erheblicher organisatorischer Aufwand vonnöten um den zahlreichen Auflagen gerecht zu werden und für einen reibungslosen Ablauf am Konzertabend zu sorgen. Doch durch Teamarbeit und viele ehrenamtliche Helfer wurde es ein erfolgreicher und unbeschwerter Abend mit einer genialen Band.
Die Disco Diamonds sind ein Projekt des Musikers Jürgen Schell, der auch schon 2011 mit seinem ausverkauften Pink Floyd Projekt „Crazy Diamonds“ für Schlagzeilen sorgte. Am 15. März zu den Disco Diamonds kamen zwar etwas weniger Zuschauer aber die Stimmung hielt sich den ganzen Abend auf einem sehr hohen Level. Die genialen Darbietungen von Isabel Bindeus, Andrea Nagel-Nitschke, Carina Kienle, Cordula Wegerer, Uli Mohl, Lars Ott an den Vocals und der Band bestehend aus Norbert Jud am Schlagzeug, Michael Schwarz am Bass, Cesar Gamero Percussion, Martin Brehm an den Keyboards, Simon Bamberger an den Keyboards, Mark Keller am Saxofon, Mario und Jürgen Schell an den Gitarren machten das Konzert zu einem wahren Erlebnis. Die ausgewählten Songs der Disco-Ära begeisterten das Publikum und in jedem Winkel der Halle sah man die Menschen tanzen und feiern.
Songs wie „Born to be alive“, „Daddy Cool“, „Lady’s Night“ oder „I will survive“ ließen den ersten Teil des Konzerts viel zu schnell vorüber gehen. Bemerkenswert waren auch die vielen Kostümwechsel der Sängerinnen und Sänger, die dem Konzert dadurch einen besonderen Charakter verliehen. Man merkte der Band an dass sie viel Spaß auf der Bühne hatte und dies übertrug sich natürlich auf das Publikum. Viele Songs wurden mitgesungen, die Halle kochte. Natürlich durften bei einem Disco-Ära-Konzert die Songs der BeeGees oder ABBA nicht fehlen. Auch der Klassiker von Carl Douglas „Kung Fu Fighting“ wurde an diesem Abend aus der Mottenkiste geholt. Aufblasbare Discokugeln, die ins Publikum geworfen wurden, waren zusätzliche Highlights des Abends. Nach „Thank you for the Music“ von ABBA riefen die Gäste aber noch nach Zugaben, die die Band mit dem Flower Power Hit „Let the sunshine in“ einläutete. Nach drei Zugaben war der Abend aber noch nicht zu Ende. Die Halle hatte sich bis dahin etwas geleert, aber DJ Achim fand sofort einen Draht zu den verbliebenen Gästen, die schon ab dem ersten Song aus den Boxen die Tanzfläche füllten. Die Gäste tranken noch etwas, quatschten miteinander oder tanzten und ließen den tollen Abend ausklingen.
Für die Rock-Initiative-Biberach war das Konzert ein großer Erfolg, der aber, wie schon eingangs erwähnt, ohne die Hilfe der vielen Ehrenamtlichen nicht durchführbar gewesen wäre. Danke an alle die mitgeholfen haben und natürlich auch an die tolle Band, die „Disco Diamonds“.
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